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Essay


Dreizehn Tage Guttenberg. Oder: Die Schriften der Anderen.


,E pluribus unum’, ‚Aus vielem eines’“ – mit diesem Treppenwitz der Skandalgeschichte eröffnet Karl-Theodor zu Guttenberg seine Dissertation „Verfassung und Verfassungsvertrag: Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU“.  Der stünde die Entlehnung des Staatsmottos der USA noch gut zu Gesicht, wäre sie nicht auch Sinnbild dessen, was sich sogleich auf rund 400 Seiten entfaltet: schon der erste Absatz – die Schrift einer Anderen, entnommen einem über zwölf Jahre alten FAZ-Artikel der Passauer Politikwissenschaftlerin Barbara Zehnpfennig. Man möchte Freud bemühen.


Dabei hatte alles so gewöhnlich angefangen. Als die Süddeutsche Zeitung am 16. Februar 2011 meldet, der Bremer Rechtswissenschaftler Andreas Fischer-Lescano habe in einer Rezension in der Arbeit zu Guttenbergs ganze Passagen gefunden, die der Freiherr offenbar nicht selbst verfasst habe, stellen sich die üblichen Reflexe ein: In einer schriftlichen Stellungnahme nennt der Minister die Vorwürfe „abstrus“; natürlich habe er den Text ohne fremde Hilfe angefertigt. Dreizehn Tage später, am 1. März, tritt zu Guttenberg nach „siebenjährige[r] Dauervergesslichkeit“  vor die Berliner Presse – „Grüß Gott“  – und erklärt seinen Rücktritt. [weiterlesen]

Rezension

„Von Obama siegen lernen oder „Yes, We Gähn!“?“

– Yes, „I Gähn“, das muss ich, ganz ehrlich, bei meinem ersten Blick auf den Titel der Dissertationsschrift von Jan Philipp Burgard denken: Von Obama siegen lernen? Gab es da nicht (zumindest gefühlt) schon hunderte Schriften mit ähnlichem Titel? Sagen wir es also mal so: Mit dem Thema ist zunächst kein „Blumentopf“ zu gewinnen. Warum das im Programm der Nomos Verlagsgesellschaft erschienene Buch von Jan Philip Burgard dennoch überaus lesenswert ist, kann hier erfahren werden [weiterlesen].       

Student Paper

Das Risiko Griechenland

Im April 2010 erreichte die Staatsschuldenkrise in Europa einen vorläufigen Höhepunkt als die Ratingagentur Standard&Poor's griechische Staatsanleihen auf 'Ramschniveau' herabstufte und eine Insolvenz nur durch die koordinierte Hilfe von EU-Mitgliedstaaten, Europäischer Zentralbank (EZB) und  Internationalem Währungsfonds (IWF) abgewendet werden konnte. Sowohl die Finanzmärkte als auch die Politik hatten für ihre Handlungen Gründe. Dabei wurde deutlich, dass die von der Staatsschuldenkrise Griechenlands ausgehenden Risiken in Wirtschaft und Politik unterschiedlich definiert werden, was die Risikosoziologie in der sozialen Konstruiertheit von Risiken begründet sieht. Die vorliegende Arbeit möchte dieser Differenz nachgehen. [weiterlesen]

Aktuelle Beiträge:

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Twitter und das Kanzlerduell 2009 - Ereignisorientierte Echtzeitkommunikation als neue Form der politischen Versammlung

08.08.2011 Sonnenfeld
Abstract (English) In the past few years, the microblogging platform Twitter has developed from a simple tool for notifications to a widespread mehr ..

Das Bild als Beweis – warum die US-Regierung nicht anders kann, als das Bild des toten Osama bin Laden zu veröffentlichen

03.05.2011 Ballensiefen
Als der Einsatz der Eliteeinheit Navi Seals um 01.30 Uhr Ortszeit im pakistanischen Abbottabad beginnt, sitzt US-Präsident Barack Obama mit seinem mehr ..

Call for Papers: Interdisziplinäres Doktorandenkolloquium „Neue Medien“ der NRW School of Governance

16.03.2011 Bianchi, Goertz, Bender

Der Wutbürger – Wort oder Unwort des Jahres 2010?

21.12.2010 Delhees
Ein Nachfolger ist gefunden: Nach der „Finanzkrise“ 2008 und der „Abwrackprämie“ 2009 hat die Gesellschaft für Deutsche Sprache den „Wutbürger“ zum mehr ..

Angst beflügelt Geschäft der Terroristen

22.11.2010 Schumacher
Freitagabend an der Berliner Messe. Ein Meer von Blaulichtern, Feuerwehren, Krankenwagen. Erster Gedanke – Anschlag. Hektische Telefonate, dann mehr ..

Angie mach den Jogi! – oder ob Politik vom Fußball lernen kann

12.11.2010 Latzke
Noch eine halbe Stunde, dann hat das Warten ein Ende. Der nervöse Blick geht immer wieder zur Uhr, die Zeiger scheinen zu schleichen. Alles ist mehr ..

Politik und Sport - wenn der Wettkampf die Arena wechselt (HAMMELSPRUNG Magazin Ausgabe 3)

12.11.2010
Der HAMMELSPRUNG ist das politische Magazin der Master-Studierenden an der NRW School of Governance. Das Projekt wurde auf eigene Initiative und in mehr ..

Er rollt wieder – der Castor und der Protest

10.11.2010 Steinkamp
Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit, eine Protestwelle rollte zusammen mit den Castor-Behältern über das Wendland. Manches erinnerte an die mehr ..

Lauter Protest am Bahnhof – Schweigen zum Krieg

20.10.2010 Gadinger
Selten wurde in der noch jungen Geschichte der Berliner Republik öffentlich so kontrovers diskutiert wie in der jüngsten „Sarrazin-Debatte“ und der mehr ..

Christoph Bieber: politik digital. Online zum Wähler

16.10.2010 Goertz
Es mangelt immer noch an deutschsprachigen Publikationen, die fachlich kompetent und prägnant geschrieben, die gesellschaftspolitischen Folgen des mehr ..